
Die RFID Integration mit SAP EWM verbindet Funketiketten und Lesegeräte mit Ihren Lagerprozessen. Die Verbindung läuft über die SAP Auto-ID Infrastructure (AII), die EPC-Codes erzeugt, Scan-Ereignisse weiterleitet und Etiketten druckt. Die Belege bleiben dabei in EWM. So sehen Sie jederzeit, wo sich eine Handling Unit befindet und welche Artikel darin liegen.
RFID (Radio Frequency Identification) nutzt Funkwellen, damit Lesegeräte Etiketten an Waren, Ladungsträgern oder Behältern automatisch erkennen. Bei der Integration mit SAP Extended Warehouse Management (EWM) werden diese Lesungen direkt in die Lagerprozesse übernommen. Für diese Verbindung ist AII das zentrale Bindeglied zwischen den Lesegeräten und EWM.
SAP unterstützt RFID in EWM seit Version 5.1. Für die Nutzung sollte EWM mit AII kombiniert werden. Laut SAP-Community-Experten ist die RFID-Funktionalität in EWM als EWM-AII-Integration ausgelegt. AII übernimmt dabei die Erzeugung von EPC-Codes, das Senden von Scan-Ereignissen und den Etikettendruck, während die Belege in EWM verbleiben.
Für das Verständnis der Integration sollten Sie einige Objekte kennen. Die Daten auf den EPC-Gen2-Etiketten folgen dem EPC Tag Data Standard (EPC-TDS), der festlegt, wie Identifikationsnummern aufgebaut sind. Einen Überblick über die Kernfunktionen von EWM finden Sie in unserem Beitrag Hauptfunktionen von SAP EWM.
Die Pure Identity URI ist die eindeutige Darstellung einer Kennung. Sie wird für EPCIS-Zwecke verwendet und auch in EWM gespeichert. So lassen sich Lesungen eindeutig einem Objekt zuordnen.
Die Pack-Funktion verbindet Produkte und Handling Units miteinander. GTIN-Artikel können in eine HU gepackt werden, und HUs lassen sich in eine andere HU verschachteln. Die Zuordnung der EPCs wird in der Tabelle /SCWM/EPC_ASSN gespeichert. Sie zeigt beispielsweise, welche Artikel auf einer Palette liegen oder welche HU in einer anderen HU steckt.
Ein Scan-Ereignis entsteht, wenn ein Etikett ein Lesegerät passiert, das mit EWM verbunden ist. Das Ereignis wird einer HU zugeordnet. In der Standardlogik benötigen Sie dafür eine offene Lagerauftragsposition (WT) zu dieser HU, damit die Buchung erfolgen kann.

Die Anbindung erfolgt über RFC oder Webservices. AII läuft als eigenständige Software auf dem NetWeaver-Stack und verbindet EWM mit der RFID-Infrastruktur. Die Kommunikation läuft also über Schnittstellen und ist nicht direkt in die EWM-Oberfläche eingebettet.
Bei der Einrichtung sollten Sie auch die Nummernkreise, etwa für HU-Nummern und ILN-Einstellungen, mit dem ERP-System abstimmen. Laut einer Antwort in der SAP Community müssen diese Nummernkreise im Szenario mit dem ERP synchron gehalten werden. Für die vollständige Lösung kann zusätzlich eine Anbindung von AII an das ERP nötig sein.
SAP nennt zudem SAP Smart Sensing (Teil von SAP IoT) als Option, RFID und weitere Sensordaten zu integrieren. Prüfen Sie für Ihr Projekt, ob diese Lösung zu Ihrer Systemlandschaft passt.
Beim Wareneingang können Ladungsträger gesammelt gelesen werden, ohne dass Mitarbeiter jeden Artikel einzeln scannen. Ladungsträger, die noch nicht in EWM gebucht sind, lassen sich auf den Displays anzeigen und nach dem Abladen verarbeiten. Bei der Massenverarbeitung landen die Lesungen in einer Inbound Queue und werden in EWM verarbeitet.
Nach der Einlagerung bestätigen Mitarbeiter die Lagerauftragsposition (ST) am Touchscreen in EWM. So bleibt der Bestand im System aktuell, ohne dass Lagerplätze manuell nachgetragen werden müssen.
An Verpackungsstationen kann eine RFID-Erfassung den manuellen Barcode-Scan ersetzen. Voraussetzung ist ein klar strukturierter Arbeitsplatzdialog in EWM, der die Arbeitsschritte zeigt und die Mitarbeiter durch den Prozess führt.
Die Leserate (Read Rate) ist ein zentraler Faktor für den Erfolg. Bei vielen gleichzeitigen Lesungen kann die Fehlerquote je nach Lesetechnologie deutlich steigen. Dann entsteht manuelle Nacharbeit im SAP-System, und der Nutzen der Lösung sinkt.
Planen Sie deshalb Lesepunkte so, dass nicht zu viele Etiketten gleichzeitig erfasst werden. Testen Sie die Hardware vor dem produktiven Einsatz unter realen Bedingungen.
Ja, laut SAP ist AII für die Anbindung von RFID an das System erforderlich. Die RFID-Funktionen in EWM sind auf diese Architektur ausgelegt. Eine vollständige Lösung setzt deshalb in der Regel die Kombination aus EWM und AII voraus.
Der EPC ist die Identifikationsnummer, die auf dem RFID-Etikett gespeichert wird. Die Pure Identity URI ist die standardisierte Darstellung dieser Kennung für EPCIS-Zwecke. Beide werden in EWM gespeichert, damit Lesungen eindeutig zugeordnet werden können.
Wareneingang und Verpackungsstationen eignen sich oft für den Einstieg, weil dort viele Objekte in kurzer Zeit erfasst werden. Dort lässt sich der manuelle Scan-Aufwand meist am deutlichsten reduzieren. Die konkrete Auswahl hängt jedoch von Ihren Prozessen und Ihrer Hardware ab.
RFID in SAP EWM funktioniert über das Zusammenspiel von Lesegeräten, AII und EWM. Entscheidend sind die richtigen EPC-, HU- und Pack-Strukturen sowie eine saubere Prozessgestaltung. Als MDP Group unterstützen wir SAP-EWM-Projekte und begleiten Unternehmen von der Planung bis zur Einführung. Mehr dazu finden Sie auf unserer SAP-EWM-Beratungsseite.
Die Aussagen in diesem Artikel beziehen sich auf die gängige EWM-AII-Architektur. Versionen, Lizenzen und Hardware-Anforderungen können je nach Systemlandschaft abweichen.
RFID: Overview and embedding in SAP EWM (SAP Blogs)
SAP EWM Logistics 4.0: RFID applications (IGZ)

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