
SAP Master Data Integration (MDI) ist eine Lösung auf der SAP Business Technology Platform (BTP), die Stammdaten zentral bereitstellt und zwischen mehreren SAP-Cloud-Anwendungen synchronisiert. Sie sorgt dafür, dass Geschäftspartner, Produkte und andere Stammdaten in allen angebundenen Systemen denselben Stand haben.
Stammdaten sind die grundlegenden Informationen, die ein Unternehmen über Kunden, Lieferanten, Produkte und Mitarbeiter führt. Werden sie in mehreren Systemen unterschiedlich gepflegt, entstehen Dubletten, Fehler und Verzögerungen in Bestellung, Abrechnung und Versand. SAP MDI schafft hier einen gemeinsamen Datenstand.
SAP MDI arbeitet als zentrale Drehscheibe für Stammdaten. Die Lösung nimmt Änderungen aus einem System auf, prüft sie und verteilt sie an die anderen angebundenen Anwendungen. Im Mittelpunkt steht häufig der Geschäftspartner (Business Partner), also Kunden und Lieferanten als zentrales Datenobjekt. SAP beschreibt MDI als Grundlage, um Stammdaten in der integrierten Intelligent Suite zu teilen und zu synchronisieren.
SAP MDI deckt mehrere Aufgaben im Stammdatenmanagement ab:
Im Tagesbetrieb läuft der Datenfluss in mehreren Schritten ab. Zuerst wird ein Geschäftspartner im führenden System angelegt oder geändert. MDI erkennt die Änderung und übernimmt den Datensatz in den zentralen Stammdatenbestand. Danach verteilt die Lösung ihn an alle Anwendungen, die für diesen Datentyp registriert sind.
Bei jeder Verteilung ordnet MDI die Schlüssel der beteiligten Systeme einander zu. So weiß jede Anwendung, welcher Datensatz auf ihrer Seite gemeint ist, auch wenn die Systeme unterschiedliche interne Nummern verwenden. Genau diese Zuordnung verhindert, dass aus einem Lieferanten im Einkauf und einem Lieferanten in der Buchhaltung zwei getrennte Datensätze werden.
Der Geschäftspartner ist in den meisten Projekten der wichtigste Datentyp. Dazu gehören Kunden, Lieferanten und Ansprechpartner. Weitere typische Stammdaten sind Produkte und Materialien, sofern sie zwischen Systemen abgeglichen werden müssen. Welche Objekte sich anbinden lassen, hängt vom eingesetzten Szenario und der Version ab.
Der Nutzen zeigt sich am deutlichsten, wenn dieselben Stammdaten in mehreren Cloud-Lösungen gebraucht werden. Ein Beispiel: Ein neuer Lieferant wird in der zentralen Stammdatenpflege angelegt. Anschließend erhalten Beschaffung, Finanzbuchhaltung und Lieferantenportal denselben Datensatz, ohne dass die Angaben von Hand übertragen werden müssen.
Typische Ziele sind:
Vor dem Start sollten drei Punkte geklärt sein. Erstens braucht es eine BTP-Umgebung mit den nötigen Berechtigungen. Zweitens müssen die Stammdaten in den Quellsystemen bereinigt werden, denn MDI verteilt Fehler genauso schnell wie korrekte Daten. Drittens sollten Verantwortlichkeiten festgelegt sein: Wer darf einen Geschäftspartner anlegen, wer prüft die Daten, wer gibt sie frei?
Eine Bestandsaufnahme hilft dabei. Sie zeigt, welche Systeme dieselben Stammdaten pflegen, wo Dubletten entstehen und welche Prozesse unter Verzögerungen leiden.
SAP Master Data Governance (MDG) legt fest, wer Stammdaten anlegt, prüft und freigibt. SAP MDI konzentriert sich auf die Verteilung und Synchronisation der Daten. Beide Lösungen ergänzen sich: Governance sichert die Qualität an der Quelle, Integration bringt die Daten an alle Systeme. Mehr zu MDG finden Sie in unserem Beitrag Was ist SAP Master Data Governance (SAP MDG)?
SAP MDI eignet sich vor allem für Unternehmen, die mehrere SAP-Cloud-Anwendungen parallel betreiben und Stammdaten zwischen ihnen abgleichen müssen. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt von der Systemlandschaft, der Anzahl der angebundenen Anwendungen und dem Datenvolumen ab. Eine Analyse der aktuellen Datenflüsse ist deshalb der sinnvolle erste Schritt.
Ja, SAP MDI läuft auf der SAP Business Technology Platform. Lizenz- und Funktionsumfang sollten Sie im Angebot von SAP prüfen, da beides je nach Version und Vertrag variieren kann.
SAP MDI synchronisiert vor allem Geschäftspartner, also Kunden und Lieferanten, sowie weitere Stammdaten, die zwischen den angebundenen Anwendungen gebraucht werden. Der genaue Umfang richtet sich nach Version und Anbindung.
Die SAP Integration Suite verbindet Systeme allgemein, etwa über Prozess- und Schnittstellenintegration. SAP MDI ist dagegen auf Stammdaten spezialisiert. Beide können im selben Projekt eingesetzt werden.
SAP Master Data Integration hält Stammdaten über mehrere SAP-Cloud-Anwendungen hinweg konsistent. Der Nutzen wächst mit der Zahl der angebundenen Systeme. Wer Stammdaten heute in mehreren Systemen manuell pflegt, sollte die Datenflüsse prüfen. Als MDP Group begleiten wir SAP-Projekte von der Analyse bis zur Umsetzung. Details finden Sie auf unserer Beratungsseite zur SAP Integration Suite.
Die Angaben in diesem Beitrag beziehen sich auf den allgemeinen Funktionsumfang von SAP MDI. Details können je nach Version und Systemlandschaft abweichen.
Implementing SAP Master Data Integration and Orchestrating Distribution (SAP Learning)
SAP Master Data Governance (SAP)
What is SAP Master Data Integration? (Hyperbots)

Integration Team Leader
Hasan Fatih Ekşioğlu ist ein Integrationsexperte im Bereich SAP PI/PO/CPI. Als Integrations-Teamleiter bei der MDP Group leitet Herr Ekşioğlu Projekte zur Integration von SAP- und Non-SAP-Systemen sowie zur Anbindung von Drittsystemen.
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