
SAP PI PO ist eine Middleware für die Integration von SAP- und Nicht-SAP-Systemen. Sie verbindet Anwendungen über zentrale Schnittstellen und unterstützt synchrone wie asynchrone Kommunikation.
Die Plattform besteht aus zwei Produkten. SAP Process Integration (PI) bildet die Grundlage für den Datenaustausch. SAP Process Orchestration (PO) ist die Weiterentwicklung von PI und enthält alle PI-Funktionen zusätzlich zu Business Rules Management (BRM), Business Process Management (BPM) und B2B-Funktionen. Dieser Artikel erklärt beide Produkte, ihre wichtigsten Funktionen und was das Wartungsende 2027 für bestehende Landschaften bedeutet.
SAP Process Integration ist eine Integrationsplattform, die den Datenaustausch zwischen SAP- und Nicht-SAP-Systemen über Adapter und Integrationsflüsse (iFlows) steuert. Zu den Komponenten gehören der Integration Builder für Design und Konfiguration, das System Landscape Directory (SLD) für die Systemlandschaft, der Integration Server für die Laufzeit und Monitoring-Werkzeuge für die Überwachung.
SAP Process Orchestration erweitert PI um die Prozessmodellierung. Ein typisches Beispiel ist ein Bestellprozess, der mit BPM über mehrere Systeme läuft. Eine Preisfindungsregel lässt sich mit BRM auslagern, sodass Fachabteilungen sie ändern können, ohne den Code anzupassen. Beide Produkte laufen auf dem SAP-NetWeaver-Java-Stack.
Die Arbeit mit SAP PI PO teilt sich in drei Phasen. In der Designzeit legen Entwickler Schnittstellen, Nachrichtentypen und Mappings an. In der Konfigurationszeit werden Sender, Empfänger, Adapter und Verbindungsparameter für die jeweilige Systemlandschaft eingestellt. In der Laufzeit verarbeitet der Integration Server die Nachrichten. Diese Trennung hilft, Änderungen gezielt in einer Phase vorzunehmen, statt Konfiguration und Entwicklung zu vermischen.
Ein Integrationsfluss legt fest, welche Nachricht von welchem Sender zu welchem Empfänger läuft. Dafür stehen Adapter für IDoc, RFC, BAPI-Aufrufe über RFC, SOAP, REST, File, JDBC und AS2 zur Verfügung. Das Mapping wandelt Datenstrukturen zwischen Quelle und Ziel um. Der Message Monitor zeigt jede Nachricht mit Status und Nutzdaten. Das Component-Based Message Alert Framework (CBMA) schickt bei Fehlern automatisch Alarme an Administratoren. Mit dem ABAP-Proxy lassen sich ABAP-Systeme ohne zusätzliche Adapter direkt anbinden.
Ein Handelsunternehmen empfängt Bestellungen von Lieferanten per AS2 und muss sie in SAP ERP als Kundenaufträge anlegen. Mit PI/PO liegen die Umwandlung, die Fehlerbehandlung und die Wiederholung fehlerhafter Nachrichten an einer zentralen Stelle. Die Fachabteilung sieht im Message Monitor, welche Bestellung wann verarbeitet wurde. Ohne diese zentrale Stelle müsste man Fehler in jeder einzelnen Verbindung suchen.
Im laufenden Betrieb treten immer wieder dieselben Probleme auf. Zertifikate für AS2- oder SOAP-Verbindungen laufen ab, und die Verbindung bricht ohne Warnung ab. Ein Mapping wird geändert, ohne dass alle abhängigen Schnittstellen geprüft werden. Timeouts bei großen Nachrichten führen zu wiederholten Zustellungen. Ein regelmäßiger Blick in den Message Monitor und klare Alarmregeln über CBMA verkürzen die Zeit bis zur Fehlerbehebung deutlich.
Für die auf SAP NetWeaver 7.5 basierende PI/PO-Landschaft endet die Mainstream Maintenance Ende 2027. Eine Extended Maintenance bis Ende 2030 ist optional. SAP sieht die SAP Integration Suite als strategische Zielplattform für die Modernisierung bestehender Landschaften. Unternehmen sollten jetzt prüfen, welche iFlows aktiv sind, welche Adapter sie nutzen und welche Schnittstellen sich in der Cloud-Variante vereinfachen lassen. Ein Migrationsprojekt braucht je nach Umfang einige Monate, deshalb lohnt sich der frühe Start.
Zuerst wird die bestehende Landschaft erfasst: Schnittstellen, Adapter, Mappings, Abhängigkeiten und Verarbeitungsvolumen. Danach wird entschieden, welche Schnittstellen migriert, neu gebaut oder abgeschaltet werden. Anschließend folgen Tests mit echten Nachrichten und ein stufenweiser Go-Live. Einen ausführlichen Leitfaden zur Migration von PI zu PO finden Sie in unserem Whitepaper.
Berater begleiten Unternehmen bei Einführung, Betrieb und Migration. Ihre Aufgaben reichen von der Konfiguration und dem Mapping über die Entwicklung eigener Adapter bis zur Fehlersuche im Monitoring. Mehr zu unserem Angebot erfahren Sie auf unserer Seite zur SAP PI/PO-Beratung.
SAP PO enthält alle Funktionen von SAP PI und ergänzt die Prozessmodellierung (BPM), Geschäftsregeln (BRM) sowie B2B-Funktionen.
Nach dem Ende der Mainstream Maintenance 2027 erhalten Sie keine neuen Funktionen mehr im Standardsupport. SAP empfiehlt die Integration Suite als Zielplattform. Ob und wann Sie wechseln, hängt von Ihrer Landschaft und Ihrem Zeitplan ab.
Das hängt vom Umfang ab. Eine überschaubare Landschaft mit wenigen iFlows ist oft in einigen Monaten machbar. Viele Schnittstellen, eigene Adapter und Altsysteme verlängern den Zeitraum.
SAP PI PO hat sich als zentrale Integrationsplattform bewährt. Mit dem Wartungsende 2027 wird die Zukunft der Landschaft zu einer wichtigen Planungsfrage. Wer jetzt eine Bestandsaufnahme macht, kann den Umstieg planen, statt unter Zeitdruck zu handeln.

Integration Team Leader
Hasan Fatih Ekşioğlu ist ein Integrationsexperte im Bereich SAP PI/PO/CPI. Als Integrations-Teamleiter bei der MDP Group leitet Herr Ekşioğlu Projekte zur Integration von SAP- und Non-SAP-Systemen sowie zur Anbindung von Drittsystemen.
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